Der Schulgarten | Gerda Schneider

Der Schulgarten

Die Arbeit ist ein harter Kampf
gegen Diebstahl, Feuer und sogar das Amt.
Aber Frau Schneider nimmt den Kampf immer auf
für ihre Schüler und für den Ackerbau.
Denn nichts ist so schön:
Als die Entwicklung eines Samenkornes bis zur Pflanze zu sehen.
Solch ein Projekt in einer großen Stadt,
dass möchten wir sehen und haben uns auf den Weg gemacht.
Freundlich wurden wir empfangen
und gleich zu einem Tässchen Tee eingeladen.
Nach dem ersten Schluck dachten manche o, weh
denn es gab Thymian- und Salbeitee.
Er wurde von den Schülern zubereitet.
Und so haben sie gleich gelernt, dass auch die Natur heilt.
Der Tee kam aus ihrem Garten,
wo sie die Pflanzen gepflegt und dann geerntet haben.
In gemütlicher Runde erzählten uns die Schüler dann,
was ihre Arbeit ist und auch ihren späteren Plan.
Bewundernswert ist der gute Kontakt,
den Frau Schneider zu ihren Schülern hat.
Beim Rundgang sahen wir auf dem Rasen Löwenzahn für Tee und Salat,
aber ohne Hundehaufen wie sonst auf Wiesen und im Park.
Zwischen Pflanzen, Sträuchern und Obstbäumen
sucht sich auch das Unkraut seine Lebensräume.
Also raus damit,
der eine macht es gern, der andere nicht.
Nach der Arbeit am ganzen Tag
ist dann Spiel und Spaß angesagt.
Im Garten ist ein großes Schachbrett aufgemalt.
Leider verschwanden die Figuren beim Brandattentat.
Und dann geht es mit Freude ans Kochen ran,
natürlich mit den Zutaten aus dem Garten dann.
Dadurch zaubern sie 1, 2, 3
sich beim Grillen und Campen ein gutes Menü herbei.
Ist es nicht schön,
solch eine begeisterte Jugend zu sehen.
Und was sie dabei gar nicht merken,
dass sie ihr Gedächtnis für ihr weiteres Leben stärken.
Ach, wie schlimm, wenn man dann die Parkbänke sieht,
wo die andere Jugend mit der Bierflasche in der Hand sitzt
und an der Zigarette zieht.
Es ist ein schönes und hilfreiches Projekt.
Leider haben böse Menschen es als Diebstahlquelle entdeckt.
Die kletterten dann über den Zaun
und stahlen Bänke, Geräte und sogar einen schönen Buchsbaum.
Das nicht genug, es wurden auch noch Brände gelegt,
und das Feuer beschädigte das Häuschen und so manches Gerät.
Die Versicherung zahlte, aber der Bürgermeister hat die größere Macht
Und legte das Geld ins Rathausfach
Herr Kleth, haben Sie denn gar kein Gefühl.
Wir denken, eine gesunde, ehrliche und fröhliche Jugend sei Ihr Ziel.
Aber Frau Schneider kämpft für den Garten, was jeder Schüler weiß,
denn sie bekamen ja schon beim Wettbewerb den 2. Preis.
Der Lehrerin Frau Schneider unseren großen Dank,
weil sie durch ihre ehrenamtliche Arbeit der Jugend viel Freude macht.
Und zum Schluß, ach wie schön,
durften wir uns selbst Radieschen zieh’n.
Die haben wir dann zum Abendbrot gegessen,
und den schönen Tag werden wir nie vergessen.

Schulgarten Zeichnung

Vera Bauer (86 Jahre, 2004)

25. April 2011 von Gerda Schneider
Kategorien: Gedichte | Kommentare deaktiviert